Wanderwissen
Kleines Wanderwissen
Was wir gern früher gewusst hätten. Kurz, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne Ersatz für Karte, Wetterbericht und gesunden Menschenverstand.
Wegzeichen lesen
Jeder Fernwanderweg hat sein eigenes Zeichen, meist ein Buchstabe oder ein Symbol auf farbigem Grund, das an Bäumen, Pfosten und Felsen klebt. Regionale Wege verwenden farbige Striche, Kreise oder Dreiecke.
Die Regel: An jeder Abzweigung steht ein Zeichen, auf gerader Strecke etwa alle paar hundert Meter. Wer zehn Minuten keins gesehen hat, geht zurück bis zum letzten und sucht von dort neu. Ein Zeichen mit angewinkeltem Strich oder Pfeil kündigt eine Richtungsänderung an.
Etappen planen
Wir planen vom Ende her: Zuerst die letzte Bus- oder Bahnverbindung am Ziel, dann die Gehzeit nach DIN 33466 mal 1,3, daraus die späteste Startzeit. Im Winter zusätzlich das Tageslicht prüfen; im Wald ist es eine Stunde vor Sonnenuntergang dunkel.
Höhenmeter sagen mehr über den Tag als Kilometer. 500 Hm Aufstieg sind für Ungeübte eine deutliche Etappe, 1000 Hm ein langer Tag.
Wetter
Sommergewitter entstehen meist am Nachmittag. Auf Kämmen, Felsen und an einzeln stehenden Bäumen ist man dann falsch; früh starten und mittags unten sein ist die einfachste Regel.
Bei Nässe werden Holzstufen, Wurzeln und Kalkfelsen glatt. Die Schwedenlöcher am Malerweg und die Dolomiten bei Gerolstein sind dafür bekannt. Im Zweifel den Abstieg langsamer nehmen als den Aufstieg.
Einkehr und Hütten
Gasthäuser an Wanderwegen haben Ruhetage, oft montags oder dienstags. Wir tragen die Einkehr auf den Etappenseiten ein, aber Öffnungszeiten prüfen wir nicht laufend; genug Verpflegung für den ganzen Tag gehört deshalb immer in den Rucksack.
Auf bewirtschafteten Hütten gilt: Schuhe aus, Hüttenschlafsack rein, Ruhe ab zehn. Wer sich daran hält, ist überall willkommen.